Antrag: Absicherung der Frühbetreuung an Mannheimer Grundschulen – Bedarfe von Familien zielgerecht erfassen

Antrag zur Sitzung des Gemeinderats am 23. Juni 2026

Der Gemeinderat möge beschließen:

1. Die Stadtverwaltung unterbreitet den Familien, deren Kinder von der Einstellung der Frühbetreuung an städtischen Horten betroffen sind und die nachweislich auf ein frühes Betreuungsangebot angewiesen sind, zeitnah adäquate Wechseloptionen in Einrichtungen, die eine vollumfängliche Früh- und Spätbetreuung garantieren.

2. Die Verwaltung prüft mögliche Modelle zur Absicherung der Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn direkt an den Schulen. Insbesondere der Einsatz von qualifiziertem, nicht-lehrendem Personal ist in Betracht zu ziehen.

3. Die Verwaltung tritt in den Dialog mit den Mannheimer Schulleitungen, um flächendeckend einen verlässlichen Schulbeginn ab 8:00 Uhr zu gewährleisten.

4. Um die Betreuungsplanung präziser und familiengerechter zu steuern, wird das Anmeldesystem MeKi so angepasst, dass Eltern dort künftig ihre tatsächlich benötigten Betreuungszeiten konkret angeben können. Eine reine Abfrage der Wunscheinrichtung ohne Zeitkorridor greift zu kurz.

Begründung:

Mit dem Beschluss von V613/2025 in der Sitzung des Gemeinderats am 3. Februar 2026 erfolgte die strukturelle Aufhebung der Frühbetreuung an städtischen Horten, welche bislang die Zeitspanne zwischen 7:30 und 9:00 Uhr an den Grundschulen abdeckte.

Bildungschancen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind jedoch untrennbar miteinander verbunden. Qualität und Verlässlichkeit in der frühkindlichen und schulischen Betreuung sind Eckpfeiler einer sozialen und gerechten Stadtpolitik in Mannheim.

Zahlreiche Rückmeldungen von Mannheimer Elternbeiräten und Familien zeigen, dass der Wegfall des Angebots erhebliche Härten im Alltag nach sich zieht. Die Annahme, dass freie Träger diese Lücke nahtlos und praktikabel schließen können, hat sich in der Realität vielerorts nicht bewahrheitet. Es drohen massive Betreuungsengpässe am Morgen, die insbesondere berufstätige Eltern und Alleinerziehende vor logistische und finanzielle Probleme stellen. Dieser Entwicklung soll mit den genannten Vorschlägen entgegengewirkt werden.

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