Antrag: Grünflächen für mehr Lebensqualität – Mannheimer Innenstadt aufwerten

Antrag

Der Gemeinderat möge beschließen: 

Die Verwaltung wird beauftragt, die Flächen von Grünanlagen, Baumstandorten und Bereichen, die eine gewisse Artenvielfalt aufweisen, in der Innenstadt, im Jungbusch und der Neckarstadt Ost und West zu erfassen und in ihrer Qualität zu beschreiben. 

Daraus ableitend erstellt die zuständige Fachverwaltung eine Planung für die bessere Nutzung von Grünflächen und/oder die Qualifizierung von Grünflächen in den genannten Stadtteilen. Außerdem sollen Programme entwickelt werden, die wie die Begrünung von Dachflächen für mehr Grün sorgen. Gedacht ist etwa an „vertical gardening“ oder „urban gardening“.  

Die Ergebnisse hieraus fließen in eine entsprechende Planung ein, die in den nächsten Jahren als Grün-Leitplanung umgesetzt wird, bei der unter anderem die Förderung von Artenreichtum auf vorhandenen Flächen, aber auch die Ausweisung möglicher neuer Flächen vorangetrieben wird.  

Dabei ist auch zu ermitteln, ob neue Baumstandorte beispielsweise durch die Veränderung von Verkehrsführungen geschaffen werden können, ähnlich den Alleen in Berlin oder anderen Großstädten.  

Weiterhin wird die Verwaltung gebeten auszuführen, ob und wenn ja, wie die Beschädigung von Bäumen, die aus der Baumfällungsliste hervorgeht, zumindest verringert werden kann. 

Begründung: 

Bäume und Grünanlagen werden für den Lebensraum der Menschen zunehmend wichtig. Eine prosperierende Stadt mit einem hohen Bedarf an Neubauten hat nicht nur die Aufgabe, Wohnungen für Menschen zu schaffen, sondern auch gleichzeitig den Lebensraum für Generationen zu gestalten. Der Klimawandel sorgt für immer heißere Städte.  

Aufgabe muss es deshalb sein, dieser Aufheizung, insbesondere der Innenstadt, geeignete Maßnahmen durch den Erhalt von Grünflächen und die Anpflanzung von Bäumen – dort wo es möglich und sinnvoll ist – entgegen zu setzen.  

Dabei muss aber auch geprüft werden, ob Bauvorhaben künftig verträglicher mit Grünflächen und Bäumen in Einklang gebracht werden können. Durch die vielfältigen und wichtigen Baumaßnahmen ist der Eindruck entstanden, dass Grün prinzipiell zu weichen hat. Eine entsprechende Grün-Leitplanung kann hier dafür sorgen, dass die wenigen noch verbliebenen Flächen langfristig geschützt werden.  

Außerdem führen geeignete Maßnahmen der Qualifizierung zu einer Verbesserung der Ökobilanz und zu einer nachhaltigen Verbesserung des Mikroklimas. Neue Baumstandorte in Straßenzügen führen nicht nur zu einer Aufwertung des Stadtbildes, sondern auch zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität.  

Weiterhin kann die Baumfällungsliste ein Indiz dafür sein, dass zu wenig in den Erhalt von alten Bäumen investiert wird. Diese Bäume sind nicht einfach durch 1:1 Neupflanzungen zu ersetzen, denn nach einem Vergleich des Waldzentrums der Universität Münster sind bis zu 80 Jungbäume notwendig, um die gleiche Menge an klimaschädlichem Kohlendioxid zu speichern wie eine ausgewachsene, 80-jährige Buche. Außerdem ist die Pflege von jungen Bäumen extrem aufwändig. Sie sind über viele Jahre zu pflegen und zu bewässern, bis sie die ökologische Funktion eines ausgewachsenen Baumes übernehmen können. Hier wäre eine Strategie zum Erhalt von alten Bäumen nicht nur klimatisch nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.  

Neben diesem konventionellen Grün sollte Mannheim mehr innovative Grünvarianten wie „vertical gardening“ oder „urban gardening“ fördern und unterstützen. Die finanzielle Unterstützung der Begrünung von Dachflächen ist ein erster Baustein, dem weitere folgen sollten. 

Dokument

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